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Vorbereitungen für das Spektakel «Ben Hur» im Zürcher Hallenstadion
Kamera · Reportage
Bericht für Newsnetz/Tagesanzeiger.ch IM HALLENSTADION STERBEN GLADIATOREN Pompös und opulent: «Ben Hur Live» ist ein begeisterndes Massenspektakel mit 400 Schauspielern. Heute kommt die Show mitsamt Wagenrennen für drei Tage nach Zürich. Wir haben sie uns in London angesehen. Auch wenn man den Monumentalfilm aus dem Jahre 1959 kennt, wird man vom grossen Wagenrennen in «Ben Hur Live» nicht enttäuscht. Der entscheidende Kampf um Ruhm und Ehre ist so brillant inszeniert, dass man die Zusammenstösse und Achsenbrüche für echte Desaster hält, bis die Verunfallten wieder aufstehen und ihre Wagenwracks aus dem Weg der anderen Pferdegespanne räumen. Erst dann atmet man erleichtert auf. Massenchoreografie mit 400 Darstellern Der Showdown zwischen dem jüdischen Prinzen Judah Ben Hur (Sebastian Thrun) und seinem römischen Erzfeind Messala (Michael Knese) ist beileibe nicht die einzige Szene in «Ben Hur Live», deretwegen einem der Mund vor Staunen offen stehen bleibt. So verwandelt sich das fahrbare Riesendekor der britischen Designer Mark Fisher und Ray Winkler während der ersten Hälfte der Show elegant von einem Stadtteil im antiken Jerusalem in Galeeren und Piratenschiffe. Rund 400 reich kostümierte Schauspieler, Tänzer und Akrobaten turnen darauf und darin herum, als würden sie festen, kämpfen und sterben. Eine Massenchoreografie von wahrlich monumentalen Dimensionen. Die Geschichte ist Nebensache Wie bei einer olympischen Eröffnungsfeier applaudiert man «Ben Hur Live» vor allem wegen des von Menschen, Tieren und Technikern erbrachten Aufwands. Die Geschichte über Freundschaft, Verrat und Vergebung in der Zeit Jesu Christi wirkt dagegen nebensächlich, und für Nuancen war eh kein Platz, räumt der amerikanische Regisseur Philip Wm. McKinley ein. «Damit die Darsteller im den grossen Hallen nicht untergehen, mussten wir ihnen beibringen, wie man völlig übertrieben agiert.» Wortwitz und Sprachgewalt wurden aus anderen Gründen ausgeschlossen: Bei «Ben Hur Live» wird je nach Szene lateinisch oder aramäisch gesprochen. Ben Becker als Erzähler Damit das Publikum der verschlungenen Handlung dennoch folgen kann, führt Ben Becker als Erzähler durch die Show. «Mit dem lateinisch-aramäischen Drehbuch haben wir vermieden, dass unsere Dialoge so gestelzt klingen wie in einem Sandalenfilm», erklärt McKinley. «Das verleiht der Show zusätzliche Authentizität und hilft dem Publikum, die Handlung zu begreifen.» Wegen der historischen Ungereimtheiten der Buchvorlage ist es mit der Authentizität ohnehin nicht weit her, Action gibt es jedoch mehr als genug: Jerusalem unter römischer Herrschaft wird als politisches Pulverfass dargestellt, einmal in Rom angekommen, nimmt Ben Hur an einer Grossorgie mit Club-Méditerranée-Charakter teil, und natürlich gibt es auch Gladiatorenkämpfe. Langweilig wird es einem selbst dann nicht, wenn die Hauptdarsteller sich gerade auf der anderen Seite der Halle aufhalten, dafür haben Regisseur McKinley und Choreograf Liam Steel gesorgt. Erfrischend an «Ben Hur Live» ist, dass das bombastische Unternehmen gleichsam handgemacht ist und weitgehend ohne Hightech-Effekthascherei auskommt. Dennoch ist es ein Spektakel, das diesen Titel auch verdient. Und mehr als das sollte man von dieser unterhaltsamen Materialschlacht nicht erwarten. (13.11.2009) http://www.zueritipp.ch/buehne/buehne/Im-Hallenstadion-sterben-Gladiatoren/story/12841864/
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