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Ornella Muti unter Boteros prallen Damen

Kamera · Reportage

Bild-Reportage: Seine aufgeblähten Menschen stehen für Dekadenz und Überfluss. In Zürich eröffnete der kolumbianische Künstler Fernando Botero eine Ausstellung – in einer Luxus-Galerie und mit Ornella Muti unter den Gästen. http://www.bernerzeitung.ch/kultur/kunst/Ornella-Muti-unter-Boteros-prallen-Damen/story/19915698 Seit 1956 malt Fernando Botero fast ausschliesslich voluminöse Menschen. Seine Vorbilder liegen unter anderem bei alten Meistern, die auf ihren prunkvollen Gemälden wohlgenährte Aristokraten festhielten. Botero geht einen Schritt weiter: Die Körper sind runder, die Gesichter ausdrucksloser, die Haut meist in kitschigem Rosa gehalten, Schatten gibt es kaum, die Räume scheinen im Verhältnis zu den Körpern viel zu klein. Botero, 76, ist mittlerweile ein Weltstar, die prallen Gestalten sind seine Marke, jedes seiner Gemälde kostet mehrere Hunderttausend Franken. Die Ausstellung in Zürich findet in der Galerie Gmurzynska am Paradeplatz statt, die wie sonst keine die Masslosigkeit im Kunstbusiness der letzten Jahren symbolisiert. Den Hauptsitz hat die Galerie von Köln in das steuergünstige Zug verlegt, die Zürcher Filiale liegt gegenüber den Hauptsitzen der zwei Grossbanken an teuerster Lage, eine weitere Filiale findet sich in St. Moritz. Schaulaufen alternder Schönheiten Die Vernissage ist ein Schaulaufen alternder Schönheiten, die sich mehr für die Kameraobjektive der Klatschpresse als für die Kunst interessieren. Da sind Galeriebesitzerin Krystyna Gmurzynska, Schauspielerin Ornella Muti, Rohstoffhändler Marc Rich und viele weitere geliftete Damen und elegant gekleidete Herren, die man offenbar kennen sollte. Botero posiert mit allen, lächelt freundlich – solche Anlässe scheinen für ihn nichts Aussergewöhnliches zu sein. Ach ja, da sind auch noch die Bilder. In Zürich präsentiert er in erster Linie seine neue Zirkus-Serie. Die meisten schön in wohnzimmertauglicher Grösse gehalten, harmlos in den Motiven. Noch vor wenigen Jahren sorgte Botero für Aufsehen, als er aus Protest gegen das Vorgehen der Amerikaner im Irak Folterszenen aus Abu Ghraib malte - mit lauter fülligen Folterern und Opfern. Einige Zeichnungen aus der Serie sind im oberen Stock ausgestellt. Seine neuen Zirkus-Bilder hingegen enthalten kaum eine Botschaft. Die Aufgabe, die sie zu erfüllen haben, liegt irgendwo zwischen Dekoration, Statussymbol und Anlageobjekt. (Bernerzeitung.ch/Newsnet) Erstellt: 03.10.2008, 12:56 Uhr

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